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Pressemeldung Mitgliederversammlung

  1. Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Hopfenforschung e.V. 2026: Forschung, Sortenentwicklung und Marktveränderungen im Fokus

 

Wolnzach/Hüll, 12. März 2026 Die Gesellschaft für Hopfenforschung e.V. (GfH) hat ihre Mitglieder zur 100. Mitgliederversammlung ins Deutsche Hopfenmuseum nach Wolnzach eingeladen. Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Möller berichtete über die Aktivitäten und Entwicklungen im Geschäftsjahr 2025 und gab einen Ausblick auf aktuelle Herausforderungen und Zukunftsthemen der Hopfenforschung.

Forschung und Infrastruktur am Hopfenforschungszentrum Hüll

Ein wichtiger Schwerpunkt der Versammlung war der Bericht über die laufenden Forschungs- und Versuchstätigkeiten am Hopfenforschungszentrum Hüll. Institutsleiter Dr. Peter Doleschel sowie die Arbeitsgruppenleiter stellten aktuelle Projekte aus den Bereichen Pflanzenbau, Züchtung, Pflanzenschutz, Ökologie und Hopfenqualität vor. Insgesamt finanzierte die Gesellschaft für Hopfenforschung im Jahr 2025 Forschungsaktivitäten in Höhe von rund 520.000 Euro, einschließlich der anteiligen Personalkosten für wissenschaftliche Stellen.

Auch infrastrukturelle Entwicklungen wurden vorgestellt. Dazu zählt insbesondere der Fortschritt beim Bau des neuen Pflanzenschutzmittelzentrums mit Befüll- und Waschplatz, dessen erste Bauabschnitte im Laufe des Jahres 2025 umgesetzt wurden.

 

Neue Hopfensorten und Schutz geistigen Eigentums

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Sortenentwicklung und dem Schutz der Hüller Züchtungen. Besonders hervorgehoben wurde die neue Hopfensorte HUELL CLASSIC, deren Markteinführung durch internationale Fachartikel, Social-Media-Kommunikation und Brauversuche begleitet wird.

Auch rechtliche Fragen rund um den Sortenschutz wurden thematisiert. So konnte für die Sorte TANGO im Dezember 2025 ein Sortenpatent in Russland erteilt werden. Parallel wird gegen eine widerrechtliche Anmeldung dieser Sorte durch Dritte rechtlich vorgegangen.

 

Wissenstransfer und internationale Vernetzung

Neben der Forschung spielt der Wissenstransfer eine zentrale Rolle in der Arbeit der GfH. Veranstaltungen wie der HOPSathon in Zusammenarbeit mit UnternehmerTUM, internationale Fachkonferenzen sowie Delegationsreisen in wichtige Hopfenanbaugebiete stärken den Austausch zwischen Wissenschaft, Hopfenwirtschaft und Brauereien.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das Hopfenforschungszentrum Hüll entwickelt sich weiter zu einer gefragten Anlaufstelle für Medien und Fachöffentlichkeit.

 

Herausforderungen im Bier- und Hopfenmarkt

Ein weiterer Themenblock widmete sich der aktuellen Entwicklung des Bier- und Hopfenmarktes. Der deutsche Bierabsatz ist 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund 5 Millionen Hektoliter zurückgegangen, während alkoholfreie Biere weiterhin wachsen. Gleichzeitig führen strukturelle Veränderungen im Getränkemarkt, ein verändertes Konsumverhalten und wirtschaftliche Unsicherheiten zu Herausforderungen für Brauereien und Hopfenerzeuger.

Diese Entwicklungen wirken sich auch auf den Hopfenmarkt aus, unter anderem durch eine geringere Nachfrage, hohe Lagerbestände und einen steigenden Kostendruck entlang der Wertschöpfungskette.

 

Würdigung langjähriger Verdienste

Im Rahmen der Versammlung wurden zudem Persönlichkeiten gewürdigt, die die Hopfenforschung über viele Jahre geprägt haben. Besonders hervorgehoben wurde das Wirken von Dr. Florian Weihrauch sowie die langjährige Arbeit von Dr. Peter Doleschel, der als Institutsleiter Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung seine letzte Mitgliederversammlung in dieser Funktion begleitete.

 

Ausblick: 100 Jahre Hopfenforschung

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung wurde ein Ausblick auf ein besonderes Ereignis gegeben: Im Juni 2026 feiert die Gesellschaft für Hopfenforschung ihr 100-jähriges Jubiläum. Am 20. und 21. Juni sind ein Fachsymposium, eine Festveranstaltung sowie weitere Programmpunkte am Hopfenforschungszentrum Hüll geplant, die Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit zusammenbringen sollen.

Die Mitgliederversammlung klang traditionell mit einem gemeinsamen Austausch aus, begleitet von den Jubiläumsbieren „100 Jahre Hopfenforschungszentrum Hüll“.